Geänderte Öffnungszeiten des Frankfurter Arbeitslosenzentrums e.V.

Liebe Besucher*innen

Vom 26.04. 2022 – 20.05.2022 können wir leider krankheitsbedingt

keine Sozial- / Erwerbslosenberatung anbieten.

Ab dem 23.05.2022 können Sie wieder telefonisch Beratungstermine

unter Tel.: 069 / 700425 vereinbaren.

Persönliche Beratungsgespräche zur Schuldnerberatung finden weiterhin nur nach vorheriger

telefonischer Absprache mit offiziellem tagesaktuellen Schnelltest (24h) statt

Ihr Falz Team


Das FALZ ist eine unabhängige Beratungsstelle mit den folgenden Schwerpunkten:

  • Beratung von Erwerbslosen, von Erwerbslosigkeit Bedrohten, von Überschuldeten sowie BezieherInnen von Grundsicherung.
  • offensive Öffentlichkeitsarbeit gegen diskriminierende Sozial- und Arbeitsgesetzgebung sowie Verwaltungspraxis.
  • Mitarbeit und Unterstützung in den Zusammenschlüssen der bundesweiten Erwerbsloseninitativen.

Das ständige Beratungsangebot besteht aus:

  • Sozialberatung
  • Rechtsberatung (SGB II, III und XII)
  • Beratung zur Arbeitsplatzsicherung
  • Hilfestellungen bei Bewerbungen und Internetrecherchen
  • Beratung zur Existenzgründung
  • Schuldner- und Insolvenzberatung

Die Beratungen sind kostenlos und unabhängig. Es werden keine Daten an Dritte ohne Ihr Einverständnis weitergegeben.
Wir stehen Ihnen nach Terminabsprache  in unserem Büro in der Friedberger Anlage 24 für eine Beratung gerne zur Verfügung.

Ihr FALZ-Team.

Nachruf
Wolfgang Scherer, 09.06.1947 – 16.01.2022

 
Wolfgang Scherer ist am 16. Januar 2022 plötzlich und unerwartet verstorben. Mit ihm verlieren wir einen engagierten, umtriebigen, versierten, inspirierenden und dabei empathischen, offenen, humorvollen und liebenswerten Mitstreiter und Freund, der sich sein Leben lang in seiner praktischen, politischen und wissenschaftlichen Arbeit mit großem Elan gegen Armut, Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit engagiert hat.
 
Wolfgang ist in Freiburg aufgewachsen und hat dort, nach einer fünfjährigen Tätigkeit als Verwaltungsbeamter, Sozialarbeit studiert. Nach Abschluss des Studiums hat er seinen Lebensmittelpunkt nach Frankfurt am Main verlegt und dort von 1973 bis 1979 bei der Stadt als Sozialarbeiter in einem sozialen Brennpunkt gearbeitet. Es folgte ein Soziologiestudium und im Anschluss promovierte er zusammen mit Harald Rein vom Frankfurter Arbeitslosenzentrum (FALZ) zum Thema: “Erwerbslosigkeit und politischer Protest”.
 
Ab 1987 war Wolfgang zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter im FALZ und begleitete später das Arbeitslosenzentrum in den Jahren von 2006 bis 2019 als Vorstandsmitglied. Ende der 1980iger Jahre verfasste er, gemeinsam mit Lothar Stock von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V., den Klassiker “Schluß mit dem Geschwätz, erhöht die Regelsätz!”. Hierin wurden zehn Jahre bundesweite Sozialhilfebewegung beleuchtet sowie die Arbeit vieler örtlicher Initiativen dokumentiert.
 
Die in den 1980iger Jahren etablierte, jedoch lediglich informelle, bundesweite Zusammenarbeit der Sozialhilfeinitiativen mündete 1992 in die Gründung der “Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen e.V.” (BAG-SHI).Von 1992 bis 1995 hat Wolfgang als erster Geschäftsführer die neue Geschäftsstelle der BAG SHI aufgebaut, die bundesweiten Sozialhilfetreffen organisiert, den bundesweiten Rundbrief herausgegeben und etliche politische Kampagnen organisiert.
 
Zum Sommersemester 1995 wurde Wolfgang als Professor für “Sozialpolitik und Gemeinwesenarbeit” an die Hochschule Mittweida, Fakultät Soziale Arbeit in Roßwein, berufen. Er verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach Sachsen, zunächst an den Standort der Fakultät, später dann nach Leipzig, was zu seiner Wahlheimat wurde. Als Hochschullehrer vermittelte er den Studierenden nicht nur fachliches Handwerkszeug, sondern auch immer einen historischen und politischen Blick auf die Themen Sozialer Arbeit. Auch nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2013 blieb Wolfgang als Lehrbeauftragter u.a. zu “Armut und Sozialpolitik” bis zum Schluss an der Fakultät präsent. Zudem war er als Referent auf diversen Tagungen sowie in fachpolitischen Zusammenhängen nach wie vor sozialpolitisch engagiert.
 
Das Kollegium der Fakultät Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida hob im Nachruf auf Wolfgang “seine abrufbare Vehemenz und seine nicht nachlassende Empörungsfähigkeit, wenn es um Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und politischen Hochmut ging” hervor. Und meinte weiter: “Bei all dem begegnete er Menschen offen, neugierig und freundlich – ohne einen Anflug des Besserwissens, ohne Beharren auf den eigenen Erfahrungen und ohne ideologische Überhöhung des Gerechten.” Treffender lässt sich Wolfgangs Wirken nicht zum Ausdruck bringen.
 
Neben dem beschriebenen sozialpolitischen und beruflichen Engagement war Wolfgang ein vielfach interessierter, breit gebildeter Mensch mit einem großen Herzen, kunst- und geschichtsinteressiert, Cineast, fotografischer Chronist des Alltags, Briefmarkensammler, (Modell-)Eisenbahnfan, Katzenliebhaber, Geschichtenerzähler, verlässlicher Freund, Vater, leidenschaftlicher Opa und vieles mehr.
 
Wolfgang hinterlässt eine große Lücke, aber auch bleibende Spuren – politisch wie auch im Herzen seiner Familie, Freund*innen, Wegbegleiter*innen und Mitstreiter*innen.
 
Gitta Barufke, Aktive in der ehemaligen Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen e.V., Aktions-gemeinschaft arbeitsloser Bürgerinnen und Bürger, Bremen
Lothar Stock, Aktiver in der ehemaligen Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen e.V.
Anna Veit, Frankfurter Arbeitslosenzentrum e.V.
im Namen der vielen sozialpolitisch aktiven Menschen, die zusammen mit Wolfgang gearbeitet, diskutiert und sich politisch engagiert haben.